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Mossul, nach der Schlacht

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Mossul, nach der Schlacht

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Dokumentation

Nach neun Monaten erbitterten Kampfes wurde Mossul, die zweitgrößte Stadt des Irak, am 10. Juli 2017 von der Herrschaft des IS befreit. Die entscheidende Schlacht war die schwerwiegendste Kampfhandlung seit dem Zweiten Weltkrieg. Der IS hat die Zwei-Millionen-Stadt für seine symbolische Ausrufung des Kalifats missbraucht – heute steht Mossul vor einem ungewissen Neuanfang, denn die Unruhen haben tiefe Spuren hinterlassen. Wer kümmert sich um den Wiederaufbau? Wer übernimmt die Instandsetzung der zerstörten Viertel westlich des Tigris? Wer restauriert das Kulturerbe, das vom IS vernichtet wurde? Wer ist zuständig für die Sicherheit? Ein Jahr lang begleitet Anne Poiret die Bemühungen der Iraker, die versuchen, Mossul wiederaufzubauen. Die Filmemacherin zeigt die Hürden, die dabei überwunden werden müssen, und verweist auch auf die Nachlässigkeit der irakischen Behörden und das Zögern der Internationalen Gemeinschaft. Der Fokus liegt auf der Al-Nuri-Moschee und dem Viertel Al-Midan: Das Herz der sunnitischen Stadt und die altehrwürdige Moschee wurden während der Kämpfe fast vollständig zerstört. Der Dokumentarfilm thematisiert die Auseinandersetzungen des Chirurgen Dr. Khyat mit dem Gouverneur der Stadt, der im Verdacht steht, korrupt zu sein. Khyat ist eine angesehene Persönlichkeit in Mossul. Die irakische Regierung bestimmte ihn zum Ansprechpartner für die internationale Gemeinschaft. Auch das Schicksal der Menschen, die in Mossul alles verloren haben, wird thematisiert: Die einen suchen unbeirrbar nach Vermissten, es sind Tausende, die anderen denken darüber nach fortzugehen oder wollen sich rächen. Wiederum andere wünschen sich insgeheim die Rückkehr des Islamischen Staats. Wie Geister spuken die Familien der IS-Unterstützer durch die Stadt. Sie versuchen, unerkannt zu bleiben. Schiitische Milizen, die nach Mossul entsandt wurden, machen unablässig Jagd auf sie. Die Lage der Stadt entscheidet über die Zukunft des Landes und der gesamten Region. Mehr noch: Unser aller Zukunft ist eng mit dem Schicksal von Mossul verbunden. Denn das Versagen der internationalen Gemeinschaft und des irakischen Staats, das erneute Vorherrschen von Korruption und Instabilität schaffen Bedingungen, die ein neues Erstarken des IS nur allzu sehr begünstigen. Sollte der IS Mossul tatsächlich aufs Neue erobern, stellt sich die Frage: Wie groß wird dann der Einflussbereich des Kalifats?
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TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Fr 19.07.

3SAT PRO7
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59:50
Mossul, nach der Schlacht DOKUMENTATION, F 2019
Nach neun Monaten erbitterten Kampfes wurde Mossul, die zweitgrößte Stadt des Irak, am 10. Juli 2017 von der Herrschaft des IS befreit. Die entscheidende Schlacht war die schwerwiegendste Kampfhandlung seit dem Zweiten Weltkrieg. Der IS hat die Zwei-Millionen-Stadt für seine symbolische Ausrufung des Kalifats missbraucht – heute steht Mossul vor einem ungewissen Neuanfang, denn die Unruhen haben tiefe Spuren hinterlassen. Wer kümmert sich um den Wiederaufbau? Wer übernimmt die Instandsetzung der zerstörten Viertel westlich des Tigris? Wer restauriert das Kulturerbe, das vom IS vernichtet wurde? Wer ist zuständig für die Sicherheit? Ein Jahr lang begleitet Anne Poiret die Bemühungen der Iraker, die versuchen, Mossul wiederaufzubauen. Die Filmemacherin zeigt die Hürden, die dabei überwunden werden müssen, und verweist auch auf die Nachlässigkeit der irakischen Behörden und das Zögern der Internationalen Gemeinschaft. Der Fokus liegt auf der Al-Nuri-Moschee und dem Viertel Al-Midan: Das Herz der sunnitischen Stadt und die altehrwürdige Moschee wurden während der Kämpfe fast vollständig zerstört. Der Dokumentarfilm thematisiert die Auseinandersetzungen des Chirurgen Dr. Khyat mit dem Gouverneur der Stadt, der im Verdacht steht, korrupt zu sein. Khyat ist eine angesehene Persönlichkeit in Mossul. Die irakische Regierung bestimmte ihn zum Ansprechpartner für die internationale Gemeinschaft. Auch das Schicksal der Menschen, die in Mossul alles verloren haben, wird thematisiert: Die einen suchen unbeirrbar nach Vermissten, es sind Tausende, die anderen denken darüber nach fortzugehen oder wollen sich rächen. Wiederum andere wünschen sich insgeheim die Rückkehr des Islamischen Staats. Wie Geister spuken die Familien der IS-Unterstützer durch die Stadt. Sie versuchen, unerkannt zu bleiben. Schiitische Milizen, die nach Mossul entsandt wurden, machen unablässig Jagd auf sie. Die Lage der Stadt entscheidet über die Zukunft des Landes und der gesamten Region. Mehr noch: Unser aller Zukunft ist eng mit dem Schicksal von Mossul verbunden. Denn das Versagen der internationalen Gemeinschaft und des irakischen Staats, das erneute Vorherrschen von Korruption und Instabilität schaffen Bedingungen, die ein neues Erstarken des IS nur allzu sehr begünstigen. Sollte der IS Mossul tatsächlich aufs Neue erobern, stellt sich die Frage: Wie groß wird dann der Einflussbereich des Kalifats?
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